Stefan Grützmacher veröffentlichte mit yeswedo Anfang des Jahres eine App für Paare, die die Planung ihrer Hochzeit via Smartphone in die eigene Hand nehmen. Auch wenn Stefan den App-Store sein zweites Wohnzimmer nennt, ist er auf einigen Hochzeiten persönlich anzutreffen: und zwar als Hochzeitsredner. Ich traf den Mittdreißiger bei einer Tasse Kaffee zum Interview.

1. Stefan, sucht man bei Google nach Deinem Namen, stößt man schnell auf Stefan Grützmacher, den Hochzeitsredner. Ich dachte, Dein Herz schlägt für yeswedo?

Eigentlich schlägt mein Herz für beides. Als Hochzeitsredner bin ich allerdings schon länger tätig und das merkt natürlich auch Google. Aber das wird sich ja hoffentlich bald drehen, da ich meine Rednertätigkeit etwas heruntergefahren habe und immer mehr für yeswedo unterwegs bin. Trotzdem werde ich mir die Hochzeitsreden nie nehmen lassen. 🙂

2. Wie kam Dir die Idee, mit yeswedo eine Hochzeitsplaner App samt Dienstleisterportal für die Hochzeitsbranche auf die Beine zu stellen?

Ich kam als Hochzeitsredner natürlich oft ins Gespräch mit frischverlobten Paaren, die mir von der Planung der Hochzeit erzählten. Und das läuft irgendwie immer gleich ab. Es gibt einen Heiratsantrag, man freut sich und ist überglücklich, gibt der Familie und den Freunden Bescheid und steht dann auf einmal vor einem wahnsinnig aufwendigen Projekt, mit dem man sich bis zu dem Zeitpunkt noch gar nicht beschäftigt hat. Man muss sich also alle Infos in Kleinarbeit zusammensuchen und beginnt oft mit Google und dem Wort “Hochzeitsplanung”. Und das wollte ich mit einem technischen Helfer gerne bedienen. Allerdings nicht mit einer rein technischen Lösung. Ein bisschen Romantik und Persönlichkeit musste da natürlich auch mitspielen.

3. Die yeswedo-Website ging Anfang 2016 an den Start, die App rund ein Jahr danach. Hattest Du die App immer schon auf Deiner Agenda?

Die yeswedo-App steht sogar im Fokus. Mir ist es wichtig, dass man seine Hochzeitsplanung immer und überall in der Tasche hat und in Momenten wie im Bus, im Wartezimmer oder auch bei der Arbeit die Möglichkeit hat, etwas zu aktualisieren, flott eine neue Aufgabe einstellen zu können oder gemütlich auf dem yeswedo Marktplatz nach passenden Hochzeitsexperten zu stöbern.
Unsere Webseite ist dagegen so früh online gegangen, da es wichtig gewesen ist, dass die ausgewählten Hochzeitsdienstleister die Marke yeswedo vorab schon kennenlernen können und wissen, wo sie sich registrieren. Beim Registrierungsprozess haben wir uns übrigens echt Mühe gegeben. Bei yeswedo kann man sich innerhalb von zehn Minuten – ähnlich wie bei Facebook – eine eigene Seite zusammenbauen. Darauf bin ich wirklich stolz und weiß, dass es vielen Dienstleistern auch gefällt!

Trotzdem soll es nicht nur bei der App bleiben. Ich möchte den Marktplatz auch gerne auf die große Bühne bringen! Das hat aber noch etwas Zeit, da wir mit der App auch heute schon sehr viele Hochzeitspaare erreichen.

4. Fasse Deine App in drei Sätzen zusammen. Ready, steady, go!

Eine Hochzeitsplaner-App die es schafft, aus einer stressigen Planung etwas Schönes zu machen. Indem sie immer in deiner Tasche ist, dein Partner über Neuigkeiten synchron informiert und du dich auf die Auswahl unserer Hochzeitsexperten verlassen kannst. yeswedo ist ein technischer Helfer in einem romantischen Kleid. – Ganz schön kitschig, oder?!

5. Die App wird für Iphone iOS und für Google Android angeboten. Das macht doppelte Arbeit, denn so ein Projekt entwickelt man nicht im Alleingang…

Stimmt! Im Alleingang bekommt man das nicht hin. Ich hatte zwar die Idee und eine sehr klare Vorstellung vom späteren Produkt. Aber gerade beim Thema Markendesign und Programmierung wollte ich jemanden an meiner Seite haben, der sich damit richtig gut auskennt. Und so bin ich auf die Düsseldorfer Markendesign- und Digitalagentur Arndtteunissen gekommen. Ich bin mit der Entscheidung immer noch sehr glücklich. Die Jungs und Mädels der Agentur haben viel Herzblut in das Thema gesteckt und sind in großen Teilen mit dafür verantwortlich, dass yeswedo heraussticht und so gut funktioniert.

6. yeswedo avancierte fix zur meistgeladenen Hochzeits-App im deutschsprachigen Raum und das ohne großes Tamtam. Wie erklärst Du Dir diesen Erfolg?

So etwas ist immer schwer zu sagen. Aber ich glaube die Auswahl unserer App verhält sich ähnlich wie die Auswahl des richtigen Partners. Erstmal sieht das alles ganz hübsch aus und sticht für einen aus der Masse heraus. Und dann merkt man auch noch, dass da ein guter Charakter hinter steckt und “zack” hat man sich verliebt!

 

Ich bin (…) der Meinung, dass ein Dienstleister, der sich für seine Webpräsenz schon keine Mühe gibt, auch bei Hochzeiten etwas schludrig sein könnte und damit einfach nicht zu unserem Markenimage passt.
Stefan Grützmacher, yeswedo

 

7. Die Paare nutzen die App bei der Suche nach dem passenden Anbieter, doch nicht jeder Dienstleister ist an Bord. Wie schafft Ihr da eine Auswahl?

Wir wollen den Paaren ein Gefühl vermitteln, die richtigen Dienstleister für ihre Hochzeit bei uns finden zu können. Das ist ein bisschen wie der Unterschied von Lieferheld zu Foodora. Wir möchten das Foodora der Hochzeitsbranche sein. Deswegen prüfen wir jeden neuen Anbieter und bieten ihm direkt eine tolles Profil, um den Paaren einen bestmöglichen ersten Eindruck zu ermöglichen.

8. Und wie muss sich ein Dienstleister bei Dir qualifizieren, um auf der Website und in der App gelistet zu werden?

Ich mache aktuell einen Quercheck über jeden Dienstleister. Ich schaue mir seine Webpräsenz an, checke die Bewertungen bei Facebook und höre im Moment viel auf mein eigenes Gefühl. Das ist aber nur mein Pre-Check. Es gibt noch eine Automatisierung, die ein unvollständiges Profil (Texte unvollständig, keine Bilder) gar nicht erst auf unseren Marktplatz lässt. Ich bin der Meinung, dass ein Dienstleister, der sich für seine Webpräsenz keine Mühe gibt, auch bei Hochzeiten etwas schludrig sein könnte und damit einfach nicht zu unserem Markenimage passt.

9. Eine App-Entwicklung kostet Hirn, Kraft und Zeit, und yeswedo ist für alle Beteiligten kostenlos. Wie sieht die zukünftige Finanzierung von yeswedo aus?

Da ist yeswedo wie viele andere Startups auch. Man geht erst mal an sein Erspartes und versucht ein gutes Produkt zu entwickeln. Irgendwann muss man damit natürlich auch Geld verdienen. Genau in dieser Phase stecken wir gerade. Mir war es wichtig Transparenz für alle Beteiligten zu schaffen. Ich weiß natürlich, wie ich mich als Hochzeitsredner am besten im Netz präsentieren kann und was die Stellschrauben sind, in die ich Geld investieren könnte, um mehr Aufträge zu bekommen. Aber das weiß ich nicht über den Floristen, den Fotografen oder über den Brautmodeladen. Also bin ich mit unseren aktiven Dienstleistern in den Dialog gegangen und weiß jetzt, was für alle Dienstleister einen echten Mehrwert bietet. Und da wird sehr bald etwas kommen.

Aber unser Versprechen bleibt: yeswedo kann von jedem Dienstleister jederzeit kostenlos genutzt werden. Es geht rein um Zusatzpakete, die man buchen kann, aber nicht muss.

10. Als Hochzeitsredner konnte man Dich letztes Jahr auf Sizilien antreffen. Dieses Jahr steht Mallorca auf dem Programm. Wie bekommst Du alles unter einen Hut?

Ich habe meine Hochzeiten bereits ein wenig runtergefahren. Dieses Jahr zum Beispiel mache ich nur drei Hochzeiten. Letztes Jahr waren es über 15. Und ja, in diesem Jahr bin ich sogar zweimal auf Mallorca. Eine Hochzeit war im Juni, und die nächste ist im September. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie toll man eine Hochzeit im Ausland organisiert bekommt. Auf beiden Hochzeiten sind ungefähr 60 Gäste, was ich schon sehr stark finde!

11. Als DJ interessiert mich natürlich Dein persönlicher Musikgeschmack. Was hörst Du aktuell, was geht immer?

Ich freue mich aktuell total darüber, dass so alte deutsche Hip Hopper, wie die “Beginner” oder demnächst sogar die “5 Sterne Deluxe” zurückkommen. Irgendwie ist das die Musik, die mich aus der Schulzeit mit meinen Freunden verbindet. Und genau die sind auch heute noch meine besten Freunde. Also könnte ich mir vorstellen, dass wir auf einer Hochzeit mit dieser Musik sehr viel Spaß haben werden bzw. auch schon hatten!
Generell bin ich aber eher der typische Radiohörer, wobei ich in letzter Zeit auch sehr viele Podcasts höre. Da wird es von yeswedo übrigens auch bald etwas Neues geben!

Stefan, ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir mit yeswedo weiterhin viel Erfolg!

Über Stefan Grützmacher, App-Entwickler und Hochzeitsredner

Stefan Grützmacher wurde am 2. April 1983 in Hilden geboren. Nach einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann bei der Deutschen Telekom AG blieb er dem Konzern treu und arbeitete dort in verschiedenen Bereichen: als Prozessmanager im Finanzbereich, als Projektmanager bei der Tochtergesellschaft T-Systems und zu guter Letzt als Teamleiter eines Vertriebsteams. Stefan verließ die Deutsche Telekom im Oktober 2016 und widmete sich ab diesem Zeitpunkt seinem Startup yeswedo. Zusammen mit seiner Freundin Inga und seinem Hund George lebt Stefan in Düsseldorf-Pempelfort. Nach gut zwei Jahren begann er wieder mit dem Fußballspielen. Er ist gerne mit seinem Hund unterwegs und erkundet ab und an, was es noch so für tolle Orte auf dieser Welt gibt.

Über Mario Januskevicius, DJ und Interviewer

Mario Januskevicius wurde 1980 in Neuss bei Düsseldorf geboren. Nach einer Ausbildung zum Mediengestalter beim Kölner TV-Sender VIVA blieb er Medien, Musik und Events treu. Nach Zwischenstopps bei Red Bull, Lucky Strike und RTL konzentriert er sich auf das, was er besonders kann: Disc Jockey, Kundenbetreuung, Webdesign. Mario zählt sich zu den professionellsten DJs der Hochzeitsbranche und ist Mitbegründer des Meetups “Wedding Talk”, das ein Netzwerk aus hochkarätigen Dienstleistern vereint. Seit zwei Jahrzehnten sorgt er auf Hochzeiten und Firmenveranstaltungen für den musikalischen Kick. In seiner Freizeit schwingt er den Rasenmäher, dreht Schallplatten und spielt Badminton.