Miriam Gell und Jennifer Pieper bieten mit ihrem Unternehmen NIMMPLATZ einen enormen Fundus an Sitzmöglichkeiten, Tischen und Deko und versorgen mit Mietmobiliar Hochzeiten und Firmenveranstaltungen. Wir lernten uns auf dem Hochzeitskongress in Hamburg kennen, anschließend trafen wir uns zu einem Interview in ihrem Kölner Büro. Ladies, sit down, please!

1. Gemeinsam habt Ihr den Hang zu schönen Möbeln und sonderbarem Design. Habt Ihr Euch über dieses gemeinsame Hobby kennengelernt?

Jenni & Miri: Wir kennen uns bereits seit der fünften Klasse und sind daher schon sehr lange befreundet.

Jenni: Nach der Schule ging ich erstmal auf Reisen. Danach bin ich für einige Jahre nach England gezogen und habe mir dort schon mein erstes kleines Unternehmen aufgebaut. Irgendwann zog es mich aber wieder zurück nach Deutschland. Ich habe begonnen Tanz und auf Lehramt zu studieren.

Miri: Ich habe nach der Schule Medienwirtschaft studiert. Danach hat es mich beruflich für ein paar Jahre nach Frankfurt verschlagen. Von dort ging ich nach Barcelona und hatte danach noch einen kurzen Zwischenstopp in Berlin bis ich wieder in Köln landete.

Jenni & Miri: Wir verloren uns glücklicherweise nie aus den Augen, auch wenn wir zeitweise nicht in der gleichen Stadt bzw. im gleichen Land wohnten. Wir haben gemeinsam wahnsinnig viel erlebt; das verbindet sehr, und wir sind auch sehr stolz darauf schon so lange befreundet zu sein. Komischerweise sind die Leute oftmals überrascht, wenn wir erzählen, dass wir uns schon seit der Schulzeit kennen. Anscheinend ist das mittlerweile eine Seltenheit. Die Leidenschaft für Möbel haben wir schon immer geteilt und oft darüber gesprochen, ob wir nicht etwas Eigenes in dem Bereich machen wollen.

2. Wie kam es dann zur Gründung von NIMMPLATZ?

Jenni: Geburtsstunde von NIMMPLATZ war meine Hochzeit. Ich habe im Juni 2015 in einer Scheune geheiratet und im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen vergeblich nach Alternativen zu klassischen Bankett-Stühlen mit Stuhl-Hussen gesucht. Mir schwebten pastellfarbene Klappstühle vor, die ich jedoch nirgends finden konnte. Kurzerhand überlegte ich, die Stühle dann selbst in meinen Wunschfarben zu streichen. Daraufhin kam Miri die Idee, die Klappstühle im Nachhinein zu vermieten und plötzlich ging alles ganz schnell. Zu den schönen pastellfarbenen Klappstühlen wollten wir dann auch die passenden Tische anbieten und so entwickelten wir unsere Klapptische.

Miri: Weiter ausgebaut wurde unsere Geschäftsidee auf Basis unserer persönlichen Präferenzen. Es gibt viel Mietmobiliar auf dem Markt, jedoch nicht wirklich schöne individuelle Sachen. Also überlegten wir, wie man das gängige Standardmobiliar in einer schönen individuellen Version konzipieren kann.

3. Und was bietet Ihr Euren Kunden?

Jenni & Miri: Unser Sortiment besteht hauptsächlich aus Tischen und Stühlen. Unsere Klappstühle sind in sieben unterschiedlichen Farben erhältlich. Neben den Klappstühlen verfügen wir über einen großen Fundus an alten Holzstühlen verschiedenster Modelle. Traustühle für das Brautpaar führen wir auch, so haben die wichtigsten Personen des Tages auch einen ganz besonderen Ehrenplatz. Unsere Klapptische sind in zwei Größen erhältlich und passen somit überall hin. Runde Tische führen wir seit neuestem auch in unserem Sortiment. Hier haben wir wirklich lange getüftelt, um dem angestaubten Bankett-Tischimage einen zeitgemäßen Look zu verleihen. So auch bei unseren Stehtischen. Diese gängigen Plastiktische mit Stretch-Hussen waren uns schon lange ein Dorn im Auge. Entsprechend haben wir uns zur Aufgabe gemacht schöne und individuelle Varianten des gängigen Standardmobiliars zu konzipieren. Wir vermieten darüber hinaus auch Deko-Accessoires sowie Vintage-Möbel-Unikate wie z.B. unsere Wasser- und Limobars oder auch schöne alte Vintage-Tische. Für die Tischdekoration sind bei uns auch Öllämpchen und Vasen erhältlich.

4. Jetzt fehlt mir nur noch die passende Blume zur Vase…

Da haben wir einen guten Tipp für dich. In solchen Fällen empfehlen wir immer sehr gerne Dienstleister aus unserem Netzwerk. Wir sind keine gelernten Floristen und finden, jeder sollte bei seiner Expertise bleiben und nicht zwangsläufig alles anbieten, was man anbieten könnte. Oftmals wird auch unterschätzt wie viel Arbeit und Aufwand jedes einzelne Gewerk bei einer Hochzeit hat. Jeder kennt doch die Erfahrung die man in einem Restaurant macht, in dem man italienisch, spanisch oder chinesisch essen kann. So ähnlich sehen wir das auch in Bezug auf das Dienstleistungsangebot. Da verfolgen wir klar den Ansatz: “Schuster bleib bei deinen Leisten”. Entsprechend kann man bei uns auch hauptsächlich Mobiliar mieten. Was die Dekoration betrifft beschreiben wir dies gerne so: Bei uns könnt ihr die entsprechende “Hardware” mieten. Die Dekorationen machen die Paare aber in der Regel selbst oder eben ein Fachmann bzw. eine Fachfrau.

5. Jennifer wurde vor einem Jahr erneut Mutter. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Umfeld bei Nachwuchs auf die Probe gestellt wird. Wie habt Ihr in dieser Zeit das Unternehmen fortgeführt?

Miri: Um ehrlich zu sein: Jenni ist kaum ausgefallen.
Jenni: Mein zweites Kind wurde letztes Jahr im August geboren, so ziemlich in der Hochsaison. Ich habe bis kurz vor der Geburt noch so viel wie möglich gemacht. Zum Glück gibt es bei uns ja auch Aufgaben, die hochschwanger zu machen sind. In dieser Zeit hat Miri aber auch sehr viel aufgefangen und unglaublich hart gearbeitet, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

 

Diese gängigen Plastiktische mit Stretch-Hussen waren uns schon lange ein Dorn im Auge.
Jenni & Miri, Inhaberinnen von NIMMPLATZ

 

6. Erläutert mir doch bitte den Prozess, wenn ich mir bei Euch einen Stuhl mieten möchte. Was muss ich tun?

Am besten kontaktiert man uns per E-Mail. So haben wir alle Infos auf einen Blick und können gleich ein Angebot erstellen. Natürlich beraten wir unsere Kunden auch telefonisch, alle Fakten brauchen wir dann aber doch idealerweise schriftlich. Je größer die Gesellschaft desto früher sollte auch das Mobiliar reserviert werden. Kleinere Gesellschaften können wir auch kurzfristig bedienen, bei einer großen Gesellschaft sollte man sich schon frühzeitig bei uns melden, d.h. mit einer Vorlaufzeit von ca. zehn bis zwölf Monaten. Die Kunden können die Möbel dann entweder bei uns im Lager abholen, oder wir liefern diese zum Veranstaltungsort. Eine Lieferung bieten wir deutschlandweit an. Unsere Lieferpreise richten sich nach dem Lieferumfang und der Entfernung. Lieferungen im Umkreis sind natürlich entsprechend günstiger als jene zu Feiern am anderen Ende des Landes. Von unserer Niederlassung in Fürstenfeldbruck aus haben wir jetzt ja auch glücklicherweise die Möglichkeit den Süden Deutschlands zu beliefern.

7. Und was ist, wenn ich zu weit weg wohne aber Euer Sortiment auf Teufel komm raus haben will?

Wir haben ehrlich gesagt viele Kunden die von weiter her kommen und sich die Möbel einfach selbst abholen. Gerne übernehmen auch Freunde oder Trauzeugen diese Aufgabe für das Brautpaar. Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere Möbel auf die Reise gehen und wir Paare in ganz Deutschland bei ihrer Feier glücklich machen. Wir versuchen in solchen Fällen auch gemeinsam mit den Kunden einen Weg zu finden, wie es sich einrichten lässt, dass die Möbel Teil der Feier sind. Oftmals stellen wir das Mobiliar dann für einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Dann lassen sich die Abholung und die Zurückgabe der Möbel leichter organisieren. Unsere Möbel waren daher schon in unserer Hauptstadt und auch im schönen Bayern auf Hochzeiten zu Gast. Sie haben es sogar schon nach Portugal und Italien geschafft.

8. Da kam ja die Gründung Eurer Niederlassung bei München wie gerufen…

Ja total! Das hat einfach perfekt gepasst, und wir haben nun seit Mai 2017 in Fürstenfeldbruck bei München eine NIMMPLATZ Niederlassung. Hier haben wir mit Theresa eine wirklich tolle Partnerin gefunden, die Feuer und Flamme für NIMMPLATZ und die Branche ist. Jetzt können wir endlich auch den Süden Deutschlands mit unseren Möbeln ausstatten, und diese direkt von Fürstenfeldbruck aus beliefern. Wir wären gerne bereits viel früher im Süden aktiv geworden, es bot sich bisher keine passende Gelegenheit. Aktuell ist das gesamte Sortiment in Fürstenfeldbruck noch nicht verfügbar. Wir arbeiten aber stark daran und bauen dies immer weiter aus. Nachdem wir nun einen Standort im Süden haben ist der Nordosten unser nächstes Ziel.

9. Wie messt Ihr eigentlich die Zufriedenheit Eurer Kunden und deren Gäste?

Wir haben einen sehr engen Kontakt zu unseren Kunden. Meistens treffen wir unsere Kunden ja auch noch einmal persönlich vor oder nach der Feier, wenn die Möbel geliefert bzw. abgeholt werden. Dann fragen wir natürlich nach, ob sie zufrieden waren und eine schöne Feier mit unseren Möbel hatten. Auch schreiben uns Kunden aus Eigeninitiative nach der Feier oder wir erhalten Danksagungen, das ist wirklich immer besonders schön. Über Facebook und Instagram bekommen wir auch Feedback. Zudem waren wir mittlerweile auch schön öfter selbst Gast auf Feiern, bei denen unsere Möbel gebucht wurden. Da haben wir uns natürlich auch umgehört und nachgefragt.

Miri: Gerade wenn sich Kunden nach dem Komfort der Klappstühle erkundigen erzähle ich sehr gerne von meiner Oma, die den ganzen Abend auf der Hochzeit meines Bruders auf einem unserer Klappstühle saß. Meine Oma ist 93 Jahre alt und gehört definitiv zu der Sorte Mensch, die kein Blatt vor den Mund nimmt und gerne auch etwas pingelig ist. Ich hab sie im Laufe des Abends gefragt, ob sie denn auf dem Klappstuhl bequem sitzt, und sie erwiderte, das alles hervorragend sei.

10. Auf welchen Stühlen sitzt Ihr gerade?

Jenni & Miri: Auf einem alten Holzstuhl.

11. Zu guter Letzt interessiert mich als DJ Euer Musikgeschmack. Was läuft aktuell und wie sehen Eure Evergreens aus?

Miri: Meine Evergreens sind 90s R’n’B-Songs. Da haben Jenni und ich früher schon viel zu getanzt und machen das auch jetzt immer noch sofort, wenn ein alter Klassiker läuft.
Jenni: JAAAAA! Meine auch.

Mädels, vielen Dank für das interessante und entspannte Gespräch! Ich bleibe noch ein bisschen sitzen, ist gerade so gemütlich hier…

Über Miriam Gell und Jennifer Pieper

Miriam Gell wurde am 17. April 1984 in Köln geboren. Nach dem Studium der Medienwirtschaft arbeitete sie im Marketing bei Red Bull in Frankfurt am Main. Danach verschlug es sie zwischenzeitlich nach Barcelona und Berlin. Zuletzt war Miriam im Marketing bei dem Jeans-Label Diesel tätig, bevor sie sich gemeinsam mit Jennifer Pieper und der Idee zu NIMMPLATZ selbstständig machte. Jetzt wieder wohnhaft in Köln ist das Handwerken nicht nur u.a. ihr Beruf sondern auch ihr größtes Hobby.

Jennifer Pieper wurde am 31. Oktober 1984 in Köln geboren. Nach dem Abitur verbrachte sie einige Jahre in England, wo sie ein kleines Unternehmen aufbaute. Seit 2010 ist sie wieder in Köln und hat Englisch und Pädagogik auf Lehramt bis zur Geburtsstunde von NIMMPLATZ studiert. Zusammen mit ihrem Mann Henning und ihren zwei Kindern lebt sie im Bergischen Land. In ihrer Freizeit trinkt sie sehr gerne Wein und verbringt Zeit mit ihren Freunden.

Über Mario Januskevicius, DJ und Interviewer

Mario Januskevicius wurde 1980 in Neuss bei Düsseldorf geboren. Nach einer Ausbildung zum Mediengestalter beim Kölner TV-Sender VIVA blieb er Medien, Musik und Events treu. Nach Zwischenstopps bei Red Bull, Lucky Strike und RTL konzentriert er sich auf das, was er besonders kann: Disc Jockey, Kundenbetreuung, Webdesign. Mario zählt sich zu den professionellsten DJs der Hochzeitsbranche und ist Mitbegründer des Meetups “Wedding Talk”, das ein Netzwerk aus hochkarätigen Dienstleistern vereint. Seit zwei Jahrzehnten sorgt er auf Hochzeiten und Firmenveranstaltungen für den musikalischen Kick. In seiner Freizeit schwingt er den Rasenmäher, dreht Schallplatten und spielt Badminton.